Vorgeschichte
Anfang 2006 hatte der Landjugend Vorstand die Idee, eine 'größere' Auslandsfahrt durchzuführen. Dank guter Kontakte zu befreundeten Gruppen wurden auch schnell Reiseziele ausfindig gemacht. Nach einigen Überlegungen waren wir uns einig, dass das Fahrtziel Brasilien heißen soll. Mittlerweile war es Sommer und die Bemühungen wurden intensiviert, denn wir hatten uns mit einem unserer zukünftigen Gastgeber (der sich gerade mit seiner Gruppe auf Europatour befand) in Linz verabredet. Wir sprachen einige Details durch und anschließend stand fest, ja, wir reisen nach Brasilien... Im Herbst 2006 wurden dann Infoabende organisiert und Tänzerinnen und Tänzer sowie Live-Musiker angeworben. Zeitgleich wurden auch schon die Flüge festgemacht und das grobe Programm vor Ort bestimmt. Ab Januar 2007 war Üben und Proben angesagt. Wir wollten uns schließlich nicht blamieren. Nach und nach nahm das Tanz -und Gesangprogramm Formen an und wurde bis zum Schluss immer besser! Schließlich stand das letzte Vorbereitungswochenende an und alle warteten auf den großen Tag...
Samstag, 6. Oktober 2007
Die Landjugend Haubern geht auf große Fahrt, aber nicht allein. Wir hatten tatkräftige Unterstützung von einigen Gasttänzern aus befreundeten Gruppen, die uns beim Tanzen unterstützten. Ingo von der Tanzgruppe Mußbach, Jörg, Angela, Carina und Erika von der Volkstanzgruppe Laisa, Etienne und Kristina aus Besse, Steffi, Marco und Ina von der Landjugend Erksdorf, Anita und Herbert von der Volkstanzgruppe Langenstein und Thorsten aus Heidenau. Wir trafen uns am Bahnhof in Frankenberg und mit der "Bimmelbahn" ging die Reise los nach Marburg, einmal Umsteigen und von da aus weiter nach Frankfurt. Beim Einsteigen in den IC wurden wir auch gleich von einer Prominenz begrüßt, nämlich Herrn Karaseck. Am Frankfurter Flughafen stießen Thorsten und Ingo dann zu uns und die Truppe war komplett. Nach einigen vergeblichen Versuchen des Durchzählens wurden zur besseren Organisation Zweierreihen angeordnet und dann klappte alles reibungslos. Nach dem Check-In und einer längeren Wartezeit hieß es dann immer der deutschen Fahne nach und wir bestiegen bester Laune das Flugzeug in Richtung Sao Paulo. Nach dem Abflug um 23:00 Uhr vertrieb man sich die Zeit mit kleinen Stehpartys bei Wein, Bier und Apfelsaft und legte sich wohl verdient zum Schlafen nieder.
Sonntag, 7. Oktober 2007
Ankunft um 5:45 Uhr Ortszeit in Sao Paulo auf dem internationalen Flughafen. Weiter ging es mit einem sehr komfortablen Bus durch die Stadt zum Nationalen Flughafen. Nach einer weiteren Stunde Flug und einer harten Landung waren wir endlich in Curitiba (Staat Parana) angekommen. Dort wurden wir sehr freundlich von der Gruppe Einigkeit in Empfang genommen. Es gab gegrilltes Fleisch und Ananas mit Zimt (sehr lecker). Die Stimmung war von Anfang an gut und ausgelassen. Mit Gesang, Tänzen und einem Trinkspiel wurde die gemütliche Runde dann richtig aufgemischt. Unser Musiker Herbert spielte sich richtig in Extase. Bald wurden wir dann auch in unsere Gastfamilien aufgeteilt und in Curitiba und Umgebung verteilt. Durch die Zeitumstellung (deutsche Zeit minus 5 Stunden) waren wir alle sehr verwirrt und wurden recht schnell müde an diesem Abend. Nicht jeder schaffte es noch rechtzeitig bis in sein Nachtquartier.
Montag 8. Oktober 2007
Am nächsten Morgen um 8:00 Uhr war dann treffen am Club Concordia. Von dort aus begannen wir unsere kleine Stadtbesichtigung. Kurzer Wetterbericht: es waren 18°C und Nieselregen. Zu Beginn gingen wir durch den älteren Teil der Stadt, vorbei an der ältesten Kirche und dem Nationalmuseum, welches als Vorbild den Pinienbaum, das Symbol des Staates Parana, hatte. Der Dom von Curitiba wurde 1893 fertig gestellt und vom Papst zur Basilika ernannt. Der Name heißt übersetzt "Junge Frau im Licht der Pinien". Weiter ging es zum Punkt "Zero", von wo aus alle Entfernungen der Stadt gemessen werden. Als letzte Station zu Fuß schauten wir uns die Universität von Curitiba an, welche die erste in ganz Parana war. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus weiter zu einer kleinen Markthalle in der es viele Früchte, Gemüse und Gewürze zu sehen gab. Danach schauten wir uns den Botanischen Garten an und fuhren dann weiter ins italienische Viertel der Stadt zum Mittagessen. Im Mandalasso konnten mehr als 5000 Leute auf einmal satt werden. Die Kellner waren ständig unterwegs und boten uns verschiedenste italienische Gerichte an, sodass unsere Teller nie leer wurden. Die vierte Station auf unserer Busfahrt quer durch die Stadt war der polnische Park. Dieser bestand aus vielen kleinen Holzhütten und in ihrem Inneren war polnische Kultur ausgestellt. Hier zu ist noch zu erwähnen, dass in Curitiba viele verschiedene Nationalitäten leben und jede ihren eigenen Park, meist in einem ehemaligen Steinbruch, bekommen hat. Die nächste Station war die stählerne Oper. Diese war auch in einem alten Steinbruch gebaut worden, jedoch war sie an diesem Tag leider geschlossen. Weiter ging die Rundfahrt zum Tangua-Park, einem indianischen Park. Danach fuhren wir zur Universität der Natur, wie sie von den Brasilianern übersetzt genannt wird. Ein langer Steg durch den Wald führte uns zu einer beeindruckenden Schlucht und wir konnten die herrliche Aussicht genießen. Die letzte Station führte uns dann in den deutschen Park. Beim Durchlaufen des Waldes runter ins Tal konnte man sich auf Bilden die Geschichte von Hänsel und Gretel anschauen. Unten angekommen hatten wir einen Vermissten zu beklagen. Daniel hatte keine Lust mehr zu laufen und wollte oben auf einer Bank warten, obwohl ausdrücklich gesagt wurde, dass der Bus am Ende des Weges auf uns wartet. So musste er den Weg nun doch bestreiten und zu dem auch noch in einem etwas schnelleren Tempo. Nach diesem kulturellen Nachmittag fuhren wir wieder zurück in den Club Concordia, wo wir kurz unseren Auftritt am Abend durchsprachen und uns schon mal einsangen. Dank Katja, die kurzfristig als Dirigentin einsprang, hörte sich das Ergebnis dann auch schon fast gut an. Um 20:00 Uhr zogen wir uns dann hinter der Bühne um und alle waren ziemlich angespannt. Es sollte ja alles gelingen, was wir uns in den mühsamen diskussionsreichen Übungsstunden erarbeitet hatten. Außerdem war auch das brasilianische Fernsehen da. Unser erster Auftritt war von Nervosität und einigen Unsicherheiten geprägt, aber am Ende doch sehr gelungen. Unsere Gastgruppen tanzten unter anderem den Kirmestanz, eine Quadrille aus der Eifel und das Mühlrad. Um 23:30 Uhr endete dieser aufregende und sehr abwechslungsreiche Tag und man ging erschöpft zu Bett.
Dienstag, 9. Oktober 2007
Nachdem auch alle Prinzessinnen geweckt waren stand relaxen auf dem Programm. Um acht Uhr war Treffen am Club Concordia. Doch es gab eine kleine Änderung, die Sandsteinformationen "Vila Velha", unser heutiges Ausflugsziel, sind dienstags leider geschlossen. Aber Carlos improvisierte gut und organisierte spontan einen Besuch bei "Qiro Fono", einem Mineralwasserhersteller. Hier konnte man das Freibad und den wunderschönen, teilweise künstlich angelegten Park genießen. Nachdem Helmut all seine Badehosen an Etienne und Johannes verliehen hatte, konnte dann auch der Sprung ins kühle Nass beginnen. Es wurde geschwommen, gewandert und ein sehr leckeres Picknick mit exotischen Früchten gemacht. Um 16 Uhr war wieder Abfahrt zum Club Concordia, wo wir bis 19 Uhr noch Zeit zum Faulenzen und Bummeln hatten. Danach ging es weiter in die brasilianische Bar "Mambembe Bar & Cachacaria". Dort wurde zu Abend gegessen und nachdem lustige Schaumstoffhüte verteilt wurden, kam so richtig Stimmung auf, die bis in die späte Nacht anhielt. Eri zeigte uns wie man einen Stier zu bändigen hat und für unsere Jungs waren die brasilianischen Mädels nicht uninteressant.
Mittwoch, 10. Oktober 2007
Am nächsten Tag war um 8 Uhr Treffen angesetzt. Der Kater vom Vorabend war bei einigen noch eindeutig zu sehen und genau diejenigen, die immer auf Pünktlichkeit pochen waren natürlich fast eine Stunde zu spät, sodass wir erst um halb zehn, also mit eineinhalb Stunden Verspätung, aufbrechen konnten. Die Verabschiedung von den Gastfamilien war sehr herzlich, aber natürlich auch traurig zugleich. Nun ging es weiter zur Honiginsel. Am Hafen angekommen, mussten wir mit einem kleinen Boot eine halbe Stunde zur Insel überfahren. Zum Glück wurde bei den Schwankungen im Boot keiner seekrank, denn wir saßen so eng, wie die Sardinen in der Dose. Um 13 Uhr kamen wir auf der Honiginsel an und hatten bis zu unserem Strandhotel noch zwei Kilometer Fußmarsch vor uns, denn auf der Insel gibt es keine befestigten Straßen, sondern nur Sandwege. Nachdem an der Rezeption die Hütten verteilt waren, ging es ab an den Strand. Bei strahlendem Sonnenschein wurden Caipirinha, Bier, Pizza und Burger genossen, welche uns die rassige Bedienung Camilla direkt an den Strand brachte. Es wurde Fußball gespielt, spazieren gegangen oder auch einfach nur relaxt. Als dann die Männer übermütig wurden und anfingen ihr Kräfte zu messen, konnte ja nur Hatto als Sieger hervorgehen. Um 20 Uhr gab es dann das Abendessen und anschließend wurde noch getanzt, natürlich Volkstänze, wobei wir sogar Brasilianisches Publikum hatten. Camilla wollte uns auch den in Brasilien traditionellen Samba beibringen, doch dieser Versuch scheiterte kläglich. So klang dann der Abend noch sehr gemütlich aus.
Donnerstag, 11. Oktober 2007
Nach dem gemeinsamen Frühstück wurde die herrliche Kulisse noch einmal zum Spaziergang oder Faulenzen am Strand genutzt. Ab 12 Uhr war Auschecken und danach hieß es Beeilung, weil das Boot zum Hafen schon um 13 Uhr abfahren sollte und die Letzten schafften es gerade noch rechtzeitig. Nach einer halben Stunde hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen und konnten an den Strandbars am Hafen noch eine kleine Stärkung zu uns nehmen. Danach fuhren wir zu Carlos nach Hause und verabschiedeten uns herzlich von ihm mit dem Lied "Kein schöner Land in dieser Zeit" und einem T-Shirt. Dann ging die Fahrt weiter in Richtung Blumenau (Santa Catarina). Nach fünf Stunden mussten wir noch mit der Fähre übersetzen. In Blumenau angekommen, waren alle gespannt auf die neuen Gasteltern. Da wir ein bisschen Verspätung hatten, waren schon viele Blumenauer da und warteten auf uns. Nach der Vorstellung wurde das Programm abgesprochen und um 23:00 Uhr fuhren die letzten mit ihrer Gastfamilie in die neue Unterkunft.
Freitag, 12. Oktober 2007
Am Freitagvormittag konnten wir dann zu ersten Mal richtig ausschlafen und hatten nach dem Frühstück bis 15:00 Uhr in den Gastfamilien zur freien Verfügung und das bei angenehmen 28°C. Die Zeit wurde genutzt, um schon mal ein bisschen Blumenau zu erkunden oder einfach nur auszuspannen. Für die Mädels war um 14:30 Uhr Treffen zum Haare frisieren und danach hatten wir unseren ersten Auftritt in Blumenau zum Oktoberfestkaffee im Club 25 de julho. Der Saal war deutsch geschmückt und es spielte eine deutsche Blaskapelle. Nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, trafen wir uns alle noch mal draußen und besprachen den Ablauf unseres Programms. Der Höhepunkt des Auftritts war der Rüpeltanz mit Stefan und Kai, denn beim raus tragen sind die beiden einfach umgefallen und lagen wie Maikäfer auf der Tanzfläche. Das Publikum hatte auf jeden Fall Spaß. Der Auftritt war insgesamt sehr gut gelungen und wir bekamen viel Applaus. Um 20:00 Uhr ging es dann weiter zum Oktoberfest. Leider hatte es mittlerweile angefangen in Strömen zu regnen. Unser Auftritt in der Oktoberfesthalle war dann um 21:30 Uhr und auch hier kam unser Programm sehr gut an. Stefan musste nach unserem Auftritt noch ein Interview fürs Fernsehen mit einer flippigen Brasilianerin geben. Außerdem wollten sich viele Brasilianer mit uns fotografieren lassen und unsere Trachten waren eine Attraktion. Um 22:30 Uhr gingen wir dann in Halle 3, um unserer Gastgruppe beim Auftritt zuzuschauen. Danach erkundete jeder das Oktoberfest auf seine ganz eigene Art und Weise. Es wurden Mitbringsel gekauft, gefeiert und zu deutschen Liedern getanzt, wie zum Beispiel "99 Luftballons". Dieser Abend dauerte bis spät in die Nacht, oder endete auch erst am nächsten Morgen.
Samstag, 13. Oktober 2007
Der Morgen stand wieder zur freien Verfügung und es wurde viel mit den Gastfamilien unternommen. Einige fuhren sogar nach Pomerode, einem extrem deutsch geprägten Ort in der Nähe von Blumenau. Diejenigen, die es gut getroffen hatten, konnten sich sogar am Pool der Gastfamilie einen Sonnenbrand holen. Um 16:30 Uhr war Treffen zum Aufstellen im Festzug in der Fußgängerzone. Hierbei ergaben sich folgende Probleme. Erstens: Keiner wusste wo es lang ging und wo wir uns aufstellen sollten und auch unsere Zugnummer war unbekannt. Zweitens: Standen einige Tänzerinnen noch im Stau, der durch den Festzug ausgelöst wurde. Die Letzten kamen genau noch rechtzeitig. Beim Festumzug tanzten dann auch alle Mädels in Hauberner Tracht, was ein einheitliches Gesamtbild abgab. Dem Festumzug schauten sich viele Leute an und als wir mal nicht tanzten haben alle "danca" gerufen und uns damit angefeuert. Unser Programm hier umfasste den Stockholmschottisch, die Sternenpolka mehrere Laola-Wellen und wir sangen auch "Mädel mit dem roten Mieder". Nach dem Umzug wurde Wasser in Joghurtbechern verteilt, was unsere Gastgeber besorgt hatten. Zur Stärkung fuhren wir dann zur Pizzeria "Vielfraß". Hier wurde neben den Standardpizzen auch exotische Pizza mit Schokolade, Bananen und Erdbeeren serviert und man konnte wieder so viel essen wie man wollt, was ja schon der Name der Lokalität verriet. Für den größten Teil der Gruppe endete der Abend wieder feucht fröhlich auf dem Oktoberfest.
Sonntag, 14. Oktober 2007
Der Sonntag war nach dem ganzen Trubel mal wieder zum ausspannen vorgesehen. Um 8:30 Uhr war Treffen um zum nahe gelegenen Strand zu fahren. Auch diese Abfahrt hat sich auf 9:30 Uhr verschoben, weil unsere Rudelführer mal wieder zu spät kamen. Am Strand angekommen war der Himmel leider bewölkt und die Temperaturen ließen auch etwas zu wünschen übrig, aber es gab doch auch einige Mutige, die sich trotzdem in die Fluten stürzten. Um nicht in den Stau zu kommen mussten wir leider schon um 15:00 Uhr wieder fahren, aber bei unserem Glück kamen wir natürlich trotzdem in den Stau und waren dann auch erst um 18:00 Uhr wieder in Blumenau. Nach der Ankunft wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt und hatten bis 20:00 Uhr Zeit um kurz zu verschnaufen und uns für den Empfang beim Präsidenten des Oktoberfests in unsere Tracht zu schmeißen. Während des Treffens betonte der Präsident, dass es wichtig sei die Brücken nach Deutschland aufrechtzuerhalten. In diesem Moment klingelte ein Telefon im Büro und als es lästig wurde nahm Eri natürlich ab um dem Anrufer zu sagen, dass er störe und sie ihn nicht verstehe. Zum Zeichen der Freundschaft schenkte uns der Präsident dann noch ein signiertes Plakat und Prospekte vom Oktoberfest. Danach gingen wir in Halle 3 um den Bürgermeister von Blumenau zu empfangen. Dieser bekam von uns eine Tasse, ein Gruppenbild und einen Bildband von Frankenberg geschenkt. Hier musste Stefan dann noch sein zweites Interview fürs Fernsehen geben. An diesem Abend blieben wir ganz gesittet bis 24:00 Uhr auf dem Oktoberfest, weil viele unserer Gasteltern am nächsten Tag arbeiten mussten. Außerdem hieß es auch diese Nacht wieder Kofferpacken, denn am nächsten morgen war schon wieder sehr früh Treffen.
Montag, 15. Oktober 2007
Am Montag war Treffen um 7:30 Uhr früh morgens angesetzt, was sich aber auf 9:00 Uhr nach hinten verschoben hatte, was leider blöd für diejenigen war, die schon zum ersten Treffen rechtzeitig da waren. Doch am meisten an diesem Tag litt wohl Sabrina Tripp. Beim verabschieden von der Gastfamilie wurde sie in all der Aufregung vom Gasthund gebissen und musste zur Sicherheit, von Krankenschwester Katharina vorsorglich angeordnet, ins Krankenhaus. Dies war Gott sei dank der einzige Vorfall diesbezüglich auf der kompletten Brasilienreise. Toi, toi, toi. An diesem Vormittag hatten wir noch ein wenig Zeit zum Bummeln. Zuerst führte uns der Weg in eine katholische Kathedrale, welche wir uns anschauten. Wir zündeten eine Kerze für unseren Tanzkameraden Bernhard an, welcher einen Tag vorher seinen ersten Todestag hatte. Dies war wohl der traurigste Augenblick unserer gesamten Fahrt. Danach gingen wir weiter ins nahe gelegene Einkaufszentrum, um noch mal Geld umzutauschen, Andenken zu kaufen und unsere Postkarten für die Daheimgebliebenen abzugeben. Um 12:00 Uhr gab es Mittagessen als Büffet aufgebaut im Club 25 julhu. Für 13:30 Uhr war die Weiterfahrt in Richtung Jaragua do Sul geplant. Zuvor gab einen sehr tränenreichen Abschied. Doch die Abfahrt verzögerte sich, weil wir wohl zu schwer für den Bus waren und beim Wenden hinter dem Vereinshaus aufsetzten. Nun mussten alle noch mal aussteigen, damit sich der Busfahrer aus dieser Misere wieder herauslenken konnte. Nachdem alle wieder eingestiegen waren konnte die Weiterreise endlich folgen. Nach ca. einer Stunde Fahrt waren wir nach diesen vielen Turbulenzen gut in Jaragua do Sul angekommen und wurden hier erst einmal vom Bürgermeister empfangen. Auch bei diesem Empfang musste Eri mal wieder telefonieren. Als Zeichen der Gastfreundschaft haben wir das Wappen der Stadt überreicht bekommen und auch wir überreichten unsere Gastgeschenke. Hiernach folgte eine sehr lange Wartezeit auf dem Bus, der uns zu unseren Gastfamilien bringen sollte. Nur Marco und Steffi würden schon gleich nach dem Empfang von ihren Gasteltern mitgenommen. Doch endlich war ein Bus in Sicht, auch wenn er nicht ganz so luxuriös war wie die letzten Busse. Wir waren nur froh endlich in unsere Gastfamilien zu kommen. Doch wir wurden schnell aufgeklärt, dass dieser Bus allein für das Gepäck bestellt war, was uns natürlich zu denken gab, wieso wir nicht einfach zu unserem Gepäck in den Bus einsteigen konnten. Aber in Brasilien ist eben alles ein bisschen anders. Nachdem wir das Gepäck entsprechend der Reihenfolge wie wir aussteigen sollten, verladen hatten, kam auch schon der Bus für die Gruppe, welcher sich als einfacher, gelber Schulbus herausstellte. Nun wurden wir endlich auf unsere Gastfamilien aufgeteilt. Durch die zentrale Verteilung konnten wir uns auch mal anschauen wo die anderen so untergebracht waren und vergleichen. Das war schon sehr spannend, wobei vier Jungs auch bei zwei Pfarrern untergebracht waren, also benehmen Jungs! Bei den Gastfamilien angekommen, konnten wir nur kurz verschnaufen, denn es ging schon weiter in den Park Malwee, welcher der Familie Weege gehört. Diese Familie besitzt eine große Textilfirma in Jaragua do Sul, und ist somit ein guter Arbeitgeber für die Region. Auch viele unserer Gasteltern sind dort beschäftigt. Im Park wurden wir erst einmal offiziell von der Tanzgruppe Regenwalde in einer so genannten Grillscheune empfangen. Zum gemeinsamen Abendessen gab es dort Reis mit Hühnchenfleisch und Salat. Ein junger Mann aus der Tanzgruppe Regenwalde hatte außerdem Geburtstag. Wir sangen ihm gemeinsam ein Geburtstagsständchen und es gab Kuchen für alle. Bis 22:00 Uhr wurden noch gemeinsam Volkstänze getanzt und auch dieser Abend klang mal wieder gemütlich aus.
Dienstag, 16. Oktober 2007
Um 9:00 Uhr war Treffen im Park Malwee. Danach besichtigten wir das historische Museum im Park, indem auch altes Geld und eine in die Jahr gekommene Buchdruckmaschine ausgestellt wurden. Dies freute besonders Wilfried, weil er am Anfang seiner Berufszeit, vor über 20 Jahren, mal an einer solchen Maschine gearbeitet hat. Hier entdeckten wir auch das erste Plakat von unserem Auftritt am nächsten Tag. Dann folgten ein kleiner Imbiss und ein Spaziergang im großen und prächtig angelegten Park in dem es auch ein kleines Labyrinth und viele schöne Ecken zum Hinsetzen und Genießen gab. Leider war das Wetter dafür heute nicht geeignet, denn es zogen dicke Regenwolken auf. Mit dem Bus fuhren wir weiter in die neu gebaute Arena von Jaragua do Sul, in der wir dem brasilianischen Hallenfußballmeister beim Training zuschauen konnten. Dies war zwar nicht so aufregend wie die richtige Nationalelf, aber trotzdem sehr interessant. Um 11:30 Uhr ging es dann auch schon wieder zurück zum Mittagessen in einer der Kantinen der Firma Malwee, welche direkt im Park war. Nach dem sehr reichlich aufgebauten Mittagessen fuhren wir um 13:30 Uhr weiter nach Corupa, was ca. 20 Kilometer entfernt von Jaragua liegt. Leider hatte es mittlerweile angefangen zu schütten wie aus Eimern und da es in Brasilien ja so warm sein soll hatten auch nur die Wenigsten eine Regenjacke dabei und selbst ein Regenschirm war Luxus. In Corupa angekommen ließen wir uns die Laune nicht verderben. Wir besichtigten dort ein Priesterseminar und konnten uns viele nationale, ausgestopfte Tiere anschauen. Bei der Weiterfahrt zu den Wasserfällen wurden dann die wenigen Regenschirme auch noch zweckentfremdet, denn der Bus war undicht und das Wasser kam durch die Klimaanlage gelaufen. Endlich bei den Wasserfällen angekommen wurden wir nun nicht mehr nur von oben durch den Regen nass, sondern auch durch die Wasserfälle von der Seite. Trotzdem waren die großen und auch kleinen Wasserfälle sehr beeindruckend und wir wagten sogar einen sehr nassen und matschigen Aufstieg zu einem der größten Wasserfälle, wo erstmal einige Fotos geschossen werden mussten. Während dieser Wanderung zeigte sich auch wer geeignetes Schuhwerk für die Reise eingepackt hatte. Nach dem Abstieg konnten wir unsere Schuhe erst einmal an einem dafür vorgesehenen Wasserhahn sauber machen. Katja und Timo kamen bei dieser Aktion spontan auf die Idee ihre Laju- T-Shirts zu tauschen. Was der Regen so alles anrichtet. Hierbei ist außerdem noch anzumerken, dass brasilianische Fahrer, wie allgemein festgestellt werden musste, sehr mutig sind. In Brasilien gibt es sehr viele, noch unbefestigten Wege und bei Regen soll man ja so wieso etwas langsamer fahren, aber davon haben die hier anscheinend noch nichts gehört. Zudem legte unser Busfahrer auch noch einen sehr waghalsigen Fahrstil an den Tag. Die Weiterfahrt blieb also spannend, denn die Flüsse wurden auch immer voller und sahen sehr gefährlich aus. Um 17:00 Uhr machten wir Rast mit Kaffee und Kuchen in einer sehr gemütlichen Scheune. Diese wird extra für Touristen von zwei deutschen Auswanderernachfahren betrieben und deshalb gab es dort auch frischen, selbstgebackenen und typisch deutschen Kuchen. Außerdem konnten die Jungs und junggebliebenen Männer ihre noch überschüssigen Energien mit Tischtennis, Billard und Tischfußball loswerden. In der Scheune gab es auch einen kleinen Laden, dem unsere Jungs erstmal die letzten Bierreserven leer kaufen mussten. Hattet ihr es denn so nötig... kein Kommentar. Zu unserer aller Freude zogen die Wolken langsam auf und die Sonne zeigte sich endlich mal wieder, jetzt wo wir wieder Heim fahren mussten. Nach der Ankunft in Jaragua do Sul wurden wir wieder schön der Reihe nach in unsere Gastfamilien verteilt. Einige Familien hatten für den Abend etwas geplant, aber die meisten trafen sich im Laufe des Abends im Park Malwee.
Mittwoch, 17. Oktober 2007
An diesem Morgen begrüßte uns beim Aufstehen schon die Sonne. Dieser Tag konnte also nur noch gut werden. Gegen 9:00 Uhr trafen wir uns zur Stadtbesichtigung und fuhren zum Centro Cultural (Kulturzentrum) dort gibt es ein kleines und ein großes Theater für Opern, Ballet und Symphonieauftritte. Außerdem konnten wir die Räume für den Musikunterricht, weitere Theaterräume, die Garderoben und den Kleiderfundus besichtigen und durften auf der Hebebühne in den großen Theatersaal hochfahren. Dieser Saal hat 950 Sitzplätze. Nach dieser Besichtigung fuhren wir weiter zum Weg-Museum. Die Firma Weg ist Hersteller für Motoren aller Art und im Museum waren unter anderem Motoren und Schaltungen ausgestellt. Außerdem konnte man sich zur Firma einen Film anschauen und an kleinen Selbstversuchen das Wunder der Elektrizität auf sich wirken lassen. Hiernach schauten wir uns das Geschichtsmuseum der Stadt Jaragua do Sul im alten Rathaus dar Stadt an. Hier waren unter anderem alte Fernseher und Nähmaschinen, sowie die Geschichten der Einwanderer des Zweiten Weltkrieges und des Orts ansässigen Schützenfestes, ausgestellt. Leider war das Schützenfest gerade an dem Wochenende zu Ende gegangen nachdem wir in Jaragua angekommen waren. Unsere nächste Station war das Einkaufszentrum und anschließend war es auch schon wieder mal Zeit fürs Mittagessen. Diesmal wurde das Buffet nicht nach einem Festpreis bezahlt, sondern nach Gewicht. Nachdem alle wieder gestärkt waren, besichtigten wir in drei Gruppen aufgeteilt die Textilfabrik Malwee. Hier konnten wir uns das Weben, Einfärben, Bedrucken und das Nähen der Stoffe genau anschauen. So sahen wir also den gesamten Prozess vom einzelnen Faden bis zum fertigen T-Shirt an und es wurden auch noch viele weitere Fragen beantwortet. Zudem ist die Fabrik Malwee sehr umweltbewusst und besitzt eine eigene Kläranlage. Hier wird das Wasser aus dem nahe gelegenen Fluss genommen, gereinigt und zum Färben verwendet. Nach diesem Prozess wird das noch warme, schmutzige Wasser wieder gereinigt und dann zur Hälfte wieder zum Färben verwendet und zur andren Hälfte wieder viel sauberer als vorher in den Fluss zurückgegeben. Außerdem wird die noch vorhandenen Wärme des Wassers durch Wärmetauscher wieder genutzt und so noch zusätzlich Energie gespart. Nach diesem sehr informativen Einblick in die Vorgänge der Textilherstellung fuhren wir wieder in den Park Malwee zum Kaffeetrinken und um 18:00 Uhr waren wir wieder zu Hause bei den Gastfamilien zum Abendessen. Um 19:30 Uhr trafen wir uns dann zu einer kulturellen Nacht mit unserer Gastgruppe und einigen weiteren Kinder- und Erwachsenengruppen bei der Sociedade Alianca. Wir hatten dort zwei Auftritte zu je einer halben Stunde und nach dem ersten Auftritt bekamen wir von unseren Gasteltern rosa und blaue T-Shirts geschenkt. Leider stimmten nicht bei allen Tänzern Größe und Farbe... J Nach der Heimfahrt mussten nun wieder die Koffer gepackt werden und die Tracht wurde nun zum letzten Mal geordnet und eingepackt, denn dies war der letzte Auftritt unserer großen Reise. Allgemein war auch diese Nacht wieder sehr kurz und bis zur Abfahrt am nächsten Morgen in Richtung Rio de Janeiro blieb nicht mehr sehr viel Zeit zum Schlafen.
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Am letzten Tag in Jaragua do Sul hieß es früh aufstehen, denn um weitere Verzögerungen zu vermeiden wurde das Treffen am Bus schon um 5:30 Uhr angesetzt. Dieses Mal waren aber alle einigermaßen pünktlich und wir mussten ausnahmsweise mal auf den Bus warten. Dieser entpuppte sich zu unser aller Freude als Luxusbus mit großzügiger Fußbank, sodass man sich richtig hinlegen und den versäumten Schlaf der letzten Nacht wieder aufholen konnte. Um 6:15 Uhr konnte, nachdem endlich alle Koffer verstaut und die Gasteltern verabschiedet waren, die Fahrt zu unserer letzten Reisestation losgehen. Zunächst fuhren wir ca. zweieinhalb Stunden wieder zurück zum Flughafen nach Curitiba, wo wir zu Beginn unserer großen Tour schon einmal gelandet waren. Hier wurden wir von drei Gastgebern aus Curitiba noch mal in Empfang genommen. Wilfried bekam seine Jacke wieder, die er zu Beginn der Reise in Curitiba vergessen hatte und Ingo wurde hier von Carlos abgeholt, denn er hängte, statt mit uns nach Rio zu fahren noch eine Woche Curitiba an die Reise an. Dies wurde eine sehr emotionale Verabschiedung denn wir hatten Ingo alle sehr lieb gewonnen. Um 11:00 Uhr startete endlich unser Flug zum nationalen Flughafen in Sao Paulo. Dort angekommen war um 13:30 Uhr der Weiterflug noch Rio de Janeiro angesetzt. Hier waren die Passagiere anscheinend nach Nachnamen sortiert und so gab es eine Schmidtmann- und eine Paulus-Reihe (Katja, wir hatten Mitleid mit dir...!). Vom Flugzeug aus hatte man einen herrlichen Ausblick über Rio und den Besten kurz bevor wir auf dem Flughafen mitten im Wasser gelandet waren. Vom Flughafen aus konnten auch schon die ersten Blicke auf Zuckerhut und Corcovado (Christusstatur) erhascht werden. Mit unserem deutschsprachigen Guide Vera fuhren wir nun erst einmal in unser Hotel "Luxor Regente". Zum Check-In und der Zimmervergabe trafen wir uns zunächst alle am Pool im 12. Stock von wo aus man auch eine gute Aussicht über den Strand und die Küste von Rio genießen konnte, denn unser Hotel lag direkt an der Copacabana. Nur eine Hauptverkehrsstraße trennte uns vom sagenhaften Stand, der aber zur momentanen Jahreszeit (in Brasilien war gerade der Übergang vom Winter zum Frühling) noch etwas unbelebt und trist wirkte. Leider war der Ausblick aus den einzelnen Hotelzimmern doch etwas eingeschränkter, denn bei den Meisten schaute man vor eine unattraktive Hotelmauer und man konnte mit viel Glück einen schmalen Streifen Meer erkennen. Glück hatte mal wieder Hatto und Timo mit einer herrlichen Aussicht auf die Copacabana, wobei es die Beiden die ganze Fahrt über schon nie so schlecht getroffen hatte. Schwein muss man eben haben. Nachdem die Zimmer bezogen wurden und auch endlich alle Koffer auf den richtigen Zimmern angekommen waren, konnten wir uns nach der anstrengenden Fahrt erst einmal ausruhen und das Hotel erkunden. Um 20:00 Uhr war dann wieder Treffen zum Abendessen im Hotel, was wirklich sehr, sehr lecker war. Anschließend fand der Abend an der Hotelbar und auf dem nahe gelegenen Souvenirmarkt seinen gemütlichen Ausklang.
Freitag, 19. Oktober 2007
Am Vormittag war ab 10:00 Uhr ein Stadtrundfahrt angesetzt. Wir fuhren an der Copacabana entlang und entschieden uns für heute den Zuckerhut (eigentlich Zuckerbrot) zu besichtigen, weil der Corcovado in dicke Nebelschwaden gehüllt war. Nachdem wir mit der Seilbahn auf dem Zuckerhut ankamen, hatten wir Glück und eine herrliche freie Sicht auf die Stadt Rio mit der Copacabana und dem weiten Atlantik. Natürlich wurden hier auch Gruppenbilder und viele weitere Einzelporträts geschossen. Nach dem Zuckerhut fuhren wir weiter zum neuen, reichen Viertel von Rio de Janeiro, welches hinter den vielen Bergen der Stadt liegt. Auf dem Weg dorthin fuhren wir auch an vielen Favelas vorbei, die sich die Berge langsam hinaufhangeln. Während unseres Aufenthaltes war auch die Kuhparade in Rio. Bunt angemalte Pappmaschekühe waren in der ganzen Stadt verteilt und in den verschiedensten Lebenssituationen anzuschauen. Diese Aktion findet jedes Jahr in einer anderen großen Stadt und auf einem anderen Kontinente statt. Nach der Stadtrundfahrt stärkten wir uns kurz und mussten dabei die Terrasse des Restaurants mit einigen penetranten Tauben teilen. Danach ging es endlich an die Copacabana um zu schwimmen und zu relaxen, aber das Wasser und der Strand waren dreckig, zudem war es sehr kalt und dann hatte es auch noch angefangen zu regnen, also verzogen wir uns schnell wieder ins Hotel. Einige nutzten noch die Hotelsauna und der Rest des Nachmittages stand wieder ganz unter dem Zeichen der Entspannung. Um 19:00 Uhr war Abfahrt in das wirklich schön hergerichtete Churascaria-Lokal 'Marius Carnes' mit alter Schiffsdeko und die Kellner waren als Matrosen verkleidet. Es gab ein wirklich großes Büffet mit vielen Meeresfrüchten, Soßen und Beilagen. Zusätzlich gab es auch noch Kellner, die mit frisch gegrilltem Fleisch herumgingen. Insgesamt gab es ca. 10 verschiedene Gänge Fleisch, unter anderem Lamm, Wildschwein, Rind, Roastbeef.... Wer etwas haben wollte bekam es gleich auf den Teller "geschmissen". Doch vor allem die Toiletten sorgten für viel Aufsehen. In den Waschbecken lagen viele bunte Steine und in den Urinrinnen stapelten sich unzählige Eiswürfel. Außerdem war der penetrante Zitronenduft sehr einprägend. Aber die Krönung des Abends waren eindeutig die plötzlich auftretenden und natürlich nur leicht bekleideten Sambatänzerinnen mit ihren Trommlern. Vor allem die Männer tummelten sich in den vorderen Zuschauerreihen. Anschließend wurden wir mit dem Bus wieder zum Hotel gefahren und viele verprassten am heutigen Abend auf dem Souvenirmarkt ihr letztes Bargeld. Der Abend endete für viele spät in der benachbarten Kneipe und für manche anschließend noch später (genauer gesagt um 5:00 Uhr morgens) in der Hotellonge. An diesem Abend hieß es nun zum letzten Mal packen und es stellte sich so langsam die Heimkehrstimmung ein.
Samstag, 20. Oktober 2007
Am letzten Tag in Rio zeigte sich die Sonne auch noch einmal von ihrer schönsten Seite und die komplette Copacabana war belebt. Nach dem Frühstück sollten eigentlich alle schon vor zehn Uhr ausgecheckt haben und genau diejenigen, die für diese Anordnung verantwortlich waren, schafften es erst um Punkt 10:00 Uhr im Bus zu sein. Der zweite Teil der Stadtrundfahrt begann nun, wobei wir unter anderem das berühmte Maracana-Stadion mit seinen auf mittlerweile 90.000 reduzierten Sitzplätzen (ehemals 200.000) zu sehen bekamen. Außerdem stiegen wir auch am Sambodrom aus, wobei dieser ohne Karnevalparade kaum wieder zuerkennen ist. Hier konnte man sich wie eine waschechte Sambatänzerin verkleiden und natürlich nahmen Eri und Angela dieses Angebot an. Hiernach besichtigten wir noch den gewaltigen Kegelstumpf der Kathedrale Sao Sebastiao, welche einen mächtigen Eindruck hinterließ. Sogar der Papst hat hier schon eine Messe durchgeführt. Weiter ging es zum Corcovado, welcher zu Glück heute nicht im Nebel verschwand wie gestern. Mit der Zahnradbahn fuhren wir hoch zur Christusstatur und von ganz weit oben konnten wir einen herrlichen Ausblick über ganz Rio de Janeiro genießen, bevor der Nebel wieder die Sicht versperrte. Auch die große Christusstatur aus nächster Nähe war an sich schon sehr beeindruckend. Im Fuß der Statur war auch noch eine kleine Kathedrale eingerichtet. Nach diesen vielen verschiedenen Eindrücken von der Stadt Rio fuhren wir wieder zurück ins Hotel, wo schon unsere Koffer warteten. Wer wollte konnte noch einen Happen essen oder seine letzten Real in Zigaretten investieren. Um 16:00 Uhr war Abfahrt zum Flughafen von Rio und um 20:15 Uhr war dann Abflug Richtung Sao Paulo. Nach einer Stunde Flug hatten wir ungefähr eine Stunde Aufenthalt in Sao Paulo. In dieser Zeit mussten erst einmal alle Schäden behoben werden, die Hatto und Kai auf dem kurzen Zwischenflug schon angerichtet hatten. Ein Sitz und die Lüftung über Hattos Sitz mussten dran glauben. Um 23:30 Uhr konnte dann der Anschlussflug nach Frankfurt endlich starten.
Eigentlich schon Sonntag, 21. Oktober 2007
Nach 12 Stunden Flug und der Zeitumstellung sind wir um 15:00 Uhr wieder sicher auf deutschem Boden gelandet. Nach dem Auschecken verabschiedeten wir uns schnell von Thorsten, Kristina und Etienne, denn die mussten noch ihren Anschlusszug erwischen. Als Dank für die gelungene Fahrt wurde Hatto hier noch ein Brasilientrikot, sowie ein Brasilienball mit den Unterschriften von allen Fahrtteilnehmern überreicht. Danach wurden auch Ina, Steffi und Marco sehr herzlich verabschiedet, weil diese schon direkt vom Flughafen abgeholt wurden. Um 17:20 Uhr war dann auch Abfahrt für den Rest der Truppe vom Frankfurter Hauptbahnhof. Eine Stunde später kamen wir erschöpft, aber sehr glücklich wieder am Bahnhof in Marburg an und wurden von den Daheimgebliebenen mit einem großen Empfang und Sekt überrascht. Dies ist nun das Ende unserer großen Reise über den Atlantik. An dieser Stelle müsste nun vielen Menschen gedankt werden, die es auch wirklich verdient haben und ohne die diese wirklich schöne und unvergessliche Reise gar nicht möglich gewesen wäre, aber ein ganz besonderer Dank an Stefan Hartmann (in Fachkreisen auch "Hatto" genannt), denn der hatte mit der Hauptorganisation und der Ausarbeitung des Tanzprogramms wohl am meisten Stress von uns allen vor und während der Fahrt. Ich muss ja zugeben, wir waren nicht immer einfach, also DANKE lieber Stefan
Mehr Bilder zu unserer Reise findet ihr >hier< !
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